Gebrauchte Baumaschinen mit hoher Betriebsstundenzahl kaufen?

Im Gegenteil: Gerade Maschinen mit einer höheren Betriebsstundenzahl können für Unternehmen interessant sein, wenn der Kaufpreis, der technische Zustand, die Wartungshistorie und der geplante Einsatz sinnvoll zusammenpassen.

 

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Wie viele Betriebsstunden hat die Baumaschine?

 

Viel wichtiger ist: Was wurde mit der Maschine gemacht, wie wurde sie gewartet, welche Komponenten wurden bereits erneuert und welche Kosten sind künftig zu erwarten?

 

Wer eine gebrauchte Baumaschine mit hoher Betriebsstundenzahl kaufen möchte, sollte deshalb nicht ausschließlich auf den Betriebsstundenzähler schauen.

 

Bagger, Radlader, Dumper, Teleskoplader, Walzen und andere Baumaschinen können auch mit vielen Betriebsstunden noch zuverlässig eingesetzt werden. Gleichzeitig können Maschinen mit vergleichsweise wenigen Betriebsstunden erhebliche Probleme aufweisen, wenn Wartung, Einsatzbedingungen oder Pflege nicht stimmen.

 

In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf Sie beim Kauf einer gebrauchten Baumaschine mit hoher Betriebsstundenzahl achten sollten, welche Komponenten besonders wichtig sind und wann sich ein solcher Kauf wirtschaftlich lohnen kann.

 

Was bedeutet eine hohe Betriebsstundenzahl bei einer gebrauchten Baumaschine?

 

Eine pauschale Grenze, ab der eine Baumaschine als „zu alt“ oder „zu stark genutzt“ gilt, gibt es nicht.

 

Wie viele Betriebsstunden als hoch gelten, hängt unter anderem vom Maschinentyp, Hersteller, Modell, Baujahr, Einsatzgebiet und Wartungszustand ab.

 

Ein Bagger, der viele Jahre regelmäßig im professionellen Einsatz war, kann bei einer hohen Betriebsstundenzahl einen völlig anderen Zustand aufweisen als eine ähnlich alte Maschine, die nur unregelmäßig eingesetzt wurde.

 

Auch die Art der Arbeit spielt eine wichtige Rolle.

 

Ein Bagger im klassischen Erdbau wird anders beansprucht als eine Maschine im Abbruch.

 

Ein Radlader im innerbetrieblichen Materialumschlag kann wiederum deutlich anderen Belastungen ausgesetzt sein als ein Radlader im Steinbruch oder Recyclingbetrieb.

 

Deshalb sollten Betriebsstunden immer im Zusammenhang mit dem tatsächlichen Einsatzprofil betrachtet werden.

 

Aktuelle Marktinformationen zeigen ebenfalls, dass höhere Betriebsstundenzahlen nicht automatisch gegen einen Kauf sprechen. Entscheidend sind insbesondere Wartung, Verschleiß, Einsatzbedingungen und der Zustand der wichtigen Komponenten.

 

Sind 5.000, 8.000 oder 10.000 Betriebsstunden zu viel?

 

Diese Frage wird beim Kauf gebrauchter Baumaschinen besonders häufig gestellt.

 

Eine allgemeingültige Antwort gibt es darauf jedoch nicht.

 

Eine Maschine mit 5.000 Betriebsstunden kann in einem schlechten Zustand sein, während eine Maschine mit 8.000 oder 10.000 Betriebsstunden technisch interessant sein kann.

 

Als grobe Orientierung können Betriebsstunden zwar dabei helfen, Maschinen miteinander zu vergleichen.

 

Sie sollten aber niemals als alleinige Kaufentscheidung verwendet werden.

 

Gerade bei Maschinen mit höherer Betriebsstundenzahl wird die tatsächliche Wartungs- und Reparaturhistorie immer wichtiger.

 

Bei gebrauchten Baggern beispielsweise können Maschinen im Bereich von mehreren tausend Betriebsstunden durchaus weiterhin interessant sein, sofern Unterwagen, Hydraulik, Motor, Drehkranz, Antrieb und weitere wichtige Komponenten einen entsprechenden Zustand aufweisen.

 

Die Betriebsstundenzahl ist deshalb ein Hinweis – aber kein Qualitätsurteil.

 

Warum hohe Betriebsstunden nicht automatisch schlecht sind

 

Eine Baumaschine wird nicht allein durch die Anzahl ihrer Betriebsstunden wertlos.

 

Vielmehr entsteht Verschleiß durch Nutzung, Belastung, Wartungszustand und Alterung verschiedener Komponenten.

 

Eine professionell gewartete Maschine mit hoher Betriebsstundenzahl kann deshalb unter Umständen die bessere Wahl sein als eine Maschine mit wenigen Betriebsstunden, deren Wartungshistorie unklar ist.

 

Ein Beispiel:

 

Sie vergleichen zwei gebrauchte Radlader.

 

Der erste Radlader hat 4.000 Betriebsstunden, aber keine nachvollziehbare Wartungshistorie und weist deutliche Verschleißspuren an Reifen, Gelenk, Schaufelaufnahme und Hydraulik auf.

 

Der zweite Radlader hat 8.000 Betriebsstunden, wurde regelmäßig gewartet, hat dokumentierte Reparaturen und wurde bei wichtigen Komponenten bereits umfangreich instand gesetzt.

 

Welcher Radlader ist die bessere Maschine?

 

Das lässt sich nicht allein anhand der Betriebsstunden beantworten.

 

Genau deshalb sollten Käufer nicht nur nach möglichst niedrigen Betriebsstunden suchen, sondern nach dem besten Verhältnis aus Zustand, Historie, Preis und künftigem Einsatz.

 

Wartung ist bei Maschinen mit hoher Betriebsstundenzahl besonders wichtig

 

Je höher die Betriebsstundenzahl einer gebrauchten Baumaschine ist, desto wichtiger wird die Wartungshistorie.

 

Regelmäßige Öl- und Filterwechsel, Wartungsintervalle, Reparaturen und der Austausch von Verschleißteilen können einen erheblichen Einfluss auf den technischen Zustand einer Maschine haben.

 

Bei einer Maschine mit hoher Betriebsstundenzahl sollten Sie deshalb möglichst nachvollziehen können, wie sie über die Jahre behandelt wurde.

 

Interessant sind beispielsweise:

 

  • Wartungsnachweise
  • Reparaturrechnungen
  • Inspektionsunterlagen
  • Öl- und Filterwechsel
  • Nachweise über Hydraulikservice
  • Informationen über Motorreparaturen
  • Informationen über Getriebe- oder Antriebsarbeiten
  • Nachweise über Arbeiten am Unterwagen
  • Informationen über erneuerte Verschleißteile
  • gegebenenfalls Daten aus Telematik- oder Diagnosesystemen

 

Eine vollständige Dokumentation ist zwar keine Garantie für einen perfekten Zustand.

 

Sie liefert Ihnen jedoch wesentlich mehr Informationen als eine reine Angabe des Betriebsstundenzählers.

 

Auch der Hersteller Volvo Construction Equipment empfiehlt bei Maschinen mit hoher Betriebsstundenzahl ausdrücklich, die Servicehistorie und bereits gewartete beziehungsweise erneuerte Komponenten zu prüfen.

 

Welche Komponenten sollten Sie besonders prüfen?

 

Bei einer gebrauchten Baumaschine mit hoher Betriebsstundenzahl sollten Sie nicht alle Komponenten gleich bewerten.

 

Einige Baugruppen können besonders kostenintensiv sein.

 

Deshalb lohnt es sich, vor dem Kauf gezielt zu prüfen, welche Komponenten bereits erneuert wurden und welcher Zustand aktuell vorliegt.

 

Motor

 

Der Motor gehört zu den wichtigsten Komponenten einer Baumaschine.

 

Achten Sie bei einer Besichtigung unter anderem auf Startverhalten, ungewöhnliche Geräusche, sichtbare Undichtigkeiten und auffällige Abgasentwicklung.

 

Wenn möglich, sollte die Maschine kalt gestartet werden.

 

Ein Kaltstart kann zusätzliche Informationen über den technischen Zustand liefern, die bei einem bereits warmgelaufenen Motor möglicherweise weniger deutlich erkennbar sind.

 

Auch Wartungsarbeiten am Motor sollten in die Bewertung einfließen.

 

Ein Motor mit hoher Betriebsstundenzahl ist nicht automatisch ein Problem, wenn Wartung und Zustand nachvollziehbar sind.

 

Hydraulik

 

Bei vielen Baumaschinen gehört die Hydraulik zu den besonders wichtigen und kostenrelevanten Systemen.

 

Prüfen Sie deshalb Hydraulikleitungen, Anschlüsse, Zylinder und sichtbare Bereiche auf Undichtigkeiten.

 

Während eines Funktionstests sollten Bewegungen möglichst gleichmäßig erfolgen.

 

Achten Sie außerdem auf ungewöhnliche Geräusche, auffällige Verzögerungen oder eine Leistung, die nicht zum Maschinentyp passt.

 

Gerade bei Baggern, Teleskopladern und anderen hydraulisch stark beanspruchten Maschinen sollte die Hydraulik bei einer Besichtigung eine wichtige Rolle spielen.

 

Unterwagen bei Baggern

 

Bei Kettenbaggern ist der Unterwagen ein besonders wichtiger Kostenfaktor.

 

Ketten, Laufrollen, Leiträder, Antriebsräder und weitere Komponenten sollten deshalb sorgfältig betrachtet werden.

 

Ein stark verschlissener Unterwagen kann erhebliche zusätzliche Kosten verursachen.

 

Umgekehrt kann ein Bagger mit hoher Betriebsstundenzahl interessant sein, wenn der Unterwagen bereits erneuert oder in einem guten Zustand ist.

 

Bei Maschinen mit hoher Betriebsstundenzahl sollte deshalb immer die Frage gestellt werden:

 

Wie viel Restlebensdauer haben die relevanten Verschleißkomponenten noch?

 

Reifen bei Radladern und Dumpern

 

Bei Radladern, Dumpern und anderen Maschinen mit Bereifung sollten Sie den Zustand der Reifen genau prüfen.

 

Interessant sind dabei nicht nur Profiltiefe und optischer Zustand.

 

Auch Beschädigungen, Risse, Schnitte, ungleichmäßiger Verschleiß und die allgemeine Beschaffenheit der Reifen sollten berücksichtigt werden.

 

Neue Reifen können bei größeren Maschinen einen erheblichen Kostenfaktor darstellen.

 

Deshalb sollte der Zustand der Bereifung in die Gesamtkalkulation einfließen. Auch Volvo Construction Equipment weist bei der Bewertung von Maschinen mit hoher Betriebsstundenzahl ausdrücklich auf Reifen und deren potenzielle Ersatzkosten hin.

 

Drehkranz, Gelenke, Bolzen und Buchsen

 

Bei Baggern und anderen Maschinen mit beweglichen Arbeitsausrüstungen sollten Sie auf Spiel und ungewöhnliche Bewegungen achten.

 

Bolzen, Buchsen, Gelenke und Drehkranz können bei intensiver Nutzung einem erheblichen Verschleiß unterliegen.

 

Ein gewisses Spiel kann bei einer gebrauchten Maschine normal sein.

 

Entscheidend ist vielmehr, ob der vorhandene Verschleiß zum Alter und zur Betriebsstundenzahl passt und welche Reparaturkosten gegebenenfalls zu erwarten sind.

 

Fahrantrieb und Getriebe

 

Bei Radladern, Dumpern und anderen Fahrmaschinen sollten auch Getriebe, Achsen und Antrieb berücksichtigt werden.

 

Achten Sie während der Probefahrt auf ungewöhnliche Geräusche, Schaltverhalten und auffällige Vibrationen.

 

Auch sichtbare Undichtigkeiten sollten geprüft werden.

 

Bei einer Maschine mit hoher Betriebsstundenzahl kann es besonders interessant sein zu wissen, ob größere Arbeiten an Getriebe oder Antrieb bereits durchgeführt wurden.

 

Die Einsatzgeschichte ist oft wichtiger als die reine Betriebsstundenzahl

 

Zwei Maschinen mit identischer Betriebsstundenzahl können völlig unterschiedlich beansprucht worden sein.

 

Deshalb sollten Sie den Verkäufer fragen:

 

Wo wurde die Maschine eingesetzt?

 

Welche Arbeiten hat sie überwiegend ausgeführt?

 

Wie viele Stunden wurde sie ungefähr pro Jahr eingesetzt?

 

Wurde sie im Abbruch, Tiefbau, Straßenbau, Recycling oder Erdbau eingesetzt?

 

Diese Informationen können bei der Bewertung entscheidend sein.

 

Eine Maschine aus einem anspruchsvollen Einsatzbereich kann deutlich stärker beansprucht worden sein als eine Maschine mit derselben Betriebsstundenzahl aus einem weniger intensiven Einsatz.

 

Gerade deshalb sollte der Blick beim Kauf nicht nur auf den Betriebsstundenzähler, sondern auf die gesamte Nutzungsgeschichte gerichtet werden.

 

Hohe Betriebsstunden und niedriger Kaufpreis: Ist das automatisch ein gutes Angebot?

 

Nein.

 

Ein niedriger Kaufpreis kann attraktiv sein, aber er kann auch darauf hindeuten, dass erhebliche Investitionen bevorstehen.

 

Wenn beispielsweise Reifen, Unterwagen, Hydraulikkomponenten und weitere Verschleißteile gleichzeitig am Ende ihrer Nutzungsdauer stehen, kann eine vermeintlich günstige Maschine schnell teuer werden.

 

Deshalb sollten Sie nicht nur den Kaufpreis betrachten.

 

Entscheidend sind die Gesamtkosten der Maschine über den geplanten Einsatzzeitraum.

 

Eine einfache Betrachtung kann beispielsweise so aussehen:

 

Kaufpreis + absehbare Reparaturen + Verschleißteile + Transport + notwendige Aufbereitung = tatsächliche Einstiegskosten

 

Anschließend sollten Sie überlegen, wie lange und wie intensiv Sie die Maschine voraussichtlich einsetzen möchten.

 

Total Cost of Ownership statt nur Kaufpreis

 

Für Unternehmen ist diese Betrachtung besonders wichtig.

 

Eine gebrauchte Baumaschine ist nicht nur eine Anschaffung.

 

Sie verursacht während ihrer Nutzung weitere Kosten.

 

Dazu können beispielsweise gehören:

 

  • Wartung
  • Reparaturen
  • Verschleißteile
  • Reifen
  • Ketten und Unterwagenkomponenten
  • Betriebsstoffe
  • Transport
  • Versicherung
  • Finanzierung
  • Stillstandskosten
  • gegebenenfalls Kosten für Anbaugeräte

 

Gerade bei einer Maschine mit hoher Betriebsstundenzahl sollten Sie deshalb überlegen, welche größeren Wartungs- oder Reparaturarbeiten in den kommenden Monaten oder Jahren wahrscheinlich werden.

 

Eine Maschine, die heute 10.000 Euro günstiger ist, kann wirtschaftlich schlechter sein, wenn in kurzer Zeit umfangreiche Reparaturen erforderlich werden.

 

Umgekehrt kann eine höhere Betriebsstundenzahl bei entsprechendem Preis und gutem Zustand genau das sein, was ein Unternehmen für einen wirtschaftlichen Einstieg in eine bestimmte Maschinenklasse sucht.

 

Wann kann sich eine Baumaschine mit hoher Betriebsstundenzahl lohnen?

 

Eine gebrauchte Baumaschine mit hoher Betriebsstundenzahl kann insbesondere dann interessant sein, wenn mehrere Faktoren zusammenpassen.

 

1. Der Kaufpreis berücksichtigt die Betriebsstunden

 

Eine Maschine mit hoher Betriebsstundenzahl sollte preislich nicht mit einer vergleichbaren Maschine mit deutlich weniger Betriebsstunden gleichgesetzt werden.

 

Der Preis muss das höhere Alter, die Nutzung und das möglicherweise größere Reparaturrisiko angemessen berücksichtigen.

 

2. Die Wartungshistorie ist nachvollziehbar

 

Je besser Wartungen und Reparaturen dokumentiert sind, desto besser können Sie den Zustand der Maschine einschätzen.

 

3. Wichtige Komponenten sind in gutem Zustand

 

Motor, Hydraulik, Unterwagen, Getriebe, Achsen, Reifen oder andere zentrale Komponenten sollten zum Kaufpreis und zum geplanten Einsatz passen.

 

4. Die Maschine passt zu Ihrem Einsatz

 

Eine gebrauchte Maschine mit hoher Betriebsstundenzahl kann für einen weniger intensiven Einsatz sinnvoll sein, während für einen besonders zeitkritischen Dauereinsatz eine jüngere Maschine mit höherer Investitionssicherheit sinnvoller sein kann.

 

5. Sie können Wartung und Reparaturen einplanen

 

Unternehmen mit eigener Werkstatt, eigenen Mechanikern oder einem zuverlässigen Servicepartner können mit älteren Maschinen teilweise anders kalkulieren als Unternehmen, die bei jedem Problem auf externe Unterstützung angewiesen sind.

 

Für wen sind Maschinen mit hoher Betriebsstundenzahl interessant?

 

Nicht jedes Unternehmen hat dieselben Anforderungen an eine gebrauchte Baumaschine.

 

Eine Maschine mit hoher Betriebsstundenzahl kann beispielsweise für Unternehmen interessant sein, die ihre Investitionskosten begrenzen möchten.

 

Auch als zusätzliche Maschine, Reservegerät oder für weniger intensive Einsatzbereiche kann ein solches Fahrzeug sinnvoll sein.

 

Interessant kann eine höhere Betriebsstundenzahl außerdem für Unternehmen sein, die selbst über technisches Know-how und entsprechende Wartungsmöglichkeiten verfügen.

 

Weniger geeignet kann eine stark gebrauchte Maschine dagegen sein, wenn sie unmittelbar als einzige Maschine für einen zeitkritischen Auftrag benötigt wird und bereits kleinere Ausfälle zu erheblichen wirtschaftlichen Folgen führen würden.

 

Die richtige Maschine hängt deshalb immer von der konkreten betrieblichen Situation ab.

 

Wann sollten Sie bei einer Maschine mit hoher Betriebsstundenzahl besonders vorsichtig sein?

 

Es gibt einige Warnzeichen, bei denen Sie genauer hinschauen sollten.

 

Unstimmige Betriebsstunden

 

Wenn die angegebene Betriebsstundenzahl nicht zum optischen und technischen Zustand der Maschine passt, sollten Sie nachfragen.

 

Stark abgenutzte Pedale, Bedienelemente, Sitze oder andere häufig beanspruchte Bereiche können beispielsweise Anlass für eine genauere Prüfung sein.

 

Auch ein ungewöhnlich niedriger Betriebsstundenstand bei einer sehr alten Maschine sollte nicht ungeprüft übernommen werden.

 

Die tatsächliche Plausibilität der Betriebsstunden lässt sich am besten durch den Abgleich mit Wartungsunterlagen, Maschinenzustand und – sofern verfügbar – elektronischen Daten beurteilen.

 

Keine nachvollziehbare Wartung

 

Bei einer Maschine mit hoher Betriebsstundenzahl ist eine komplett fehlende Wartungshistorie ein wichtiger Punkt für die Risikobewertung.

 

Das bedeutet nicht automatisch, dass die Maschine schlecht ist.

 

Es bedeutet jedoch, dass Sie den technischen Zustand weniger zuverlässig einschätzen können und mögliche Folgekosten stärker berücksichtigen sollten.

 

Viele aktuelle Mängel gleichzeitig

 

Wenn mehrere kostenintensive Bereiche gleichzeitig auffällig sind, sollte die Maschine besonders sorgfältig kalkuliert werden.

 

Dazu können beispielsweise eine stark verschlissene Arbeitsausrüstung, deutliche Hydraulikprobleme, beschädigte Reifen, ein verschlissener Unterwagen und technische Fehlermeldungen gehören.

 

Hier sollte nicht nur gefragt werden, ob die Maschine günstig ist.

 

Die entscheidende Frage lautet:

 

Was kostet mich die Maschine tatsächlich, bis sie zuverlässig für meinen Einsatz zur Verfügung steht?

 

Gebrauchte Baumaschine mit hoher Betriebsstundenzahl besichtigen

 

Eine persönliche Besichtigung kann bei einer gebrauchten Baumaschine mit hoher Betriebsstundenzahl besonders wertvoll sein.

 

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit und betrachten Sie die Maschine nicht nur aus einigen Metern Entfernung.

 

Prüfen Sie die Maschine möglichst systematisch.

 

Erster Eindruck

 

Wie wirkt die Maschine insgesamt?

 

Ist sie gepflegt oder offensichtlich vernachlässigt?

 

Gibt es starke Beschädigungen?

 

Sind Reparaturen oder Schweißarbeiten sichtbar?

 

Passt der optische Zustand zu den angegebenen Betriebsstunden?

 

Technische Prüfung

 

Anschließend sollten Motor, Hydraulik, Antrieb, Arbeitsausrüstung und weitere relevante Komponenten geprüft werden.

 

Bei komplexeren Maschinen kann es sinnvoll sein, eine fachkundige Person oder einen unabhängigen Sachverständigen hinzuzuziehen.

 

Funktionstest

 

Wenn möglich, sollte die Maschine im tatsächlichen Betrieb getestet werden.

 

Bei einem Bagger können beispielsweise verschiedene Bewegungen, Drehbewegungen und Funktionen der Arbeitsausrüstung geprüft werden.

 

Bei einem Radlader können Fahrantrieb, Lenkung, Hubwerk und Arbeitsausrüstung getestet werden.

 

Bei einem Teleskoplader können unter anderem Teleskopfunktion, Hubbewegungen, Fahrantrieb und Anbaugeräte geprüft werden.

 

Der konkrete Prüfumfang sollte selbstverständlich vom Maschinentyp abhängig gemacht werden.

 

Welche Fragen sollten Sie dem Verkäufer stellen?

 

Vor dem Kauf sollten Sie möglichst viele Informationen zur Maschine sammeln.

 

Wichtige Fragen sind beispielsweise:

 

  • Wie viele Betriebsstunden hat die Maschine?
  • Wie wurden die Betriebsstunden erfasst?
  • In welchen Bereichen wurde die Maschine eingesetzt?
  • Welche Wartungen wurden regelmäßig durchgeführt?
  • Welche größeren Reparaturen wurden bereits durchgeführt?
  • Welche Komponenten wurden bereits erneuert?
  • Gibt es bekannte Mängel?
  • Gab es Unfälle oder größere Beschädigungen?
  • Sind Wartungs- und Reparaturunterlagen vorhanden?
  • Welche Anbaugeräte gehören zum Angebot?
  • Warum wird die Maschine verkauft?

 

Gerade die Frage nach dem Verkaufsgrund kann zusätzliche Informationen liefern.

 

Ein Verkauf aufgrund einer Flottenmodernisierung oder Bestandsreduzierung ist beispielsweise eine andere Ausgangssituation als ein Verkauf, bei dem eine Maschine aufgrund eines größeren technischen Problems kurzfristig abgegeben werden soll.

 

Betriebsstunden richtig mit dem Baujahr vergleichen

 

Das Baujahr und die Betriebsstunden sollten immer gemeinsam betrachtet werden.

 

Eine sehr alte Maschine mit ungewöhnlich wenigen Betriebsstunden ist nicht automatisch besser.

 

Lange Standzeiten können ebenfalls Auswirkungen auf eine Maschine haben.

 

Dichtungen, Schläuche, elektrische Komponenten und andere Bauteile können auch durch Alterung und lange Standzeiten beeinflusst werden.

 

Deshalb ist die Kombination aus Alter, Betriebsstunden, Einsatzprofil und Wartung wesentlich aussagekräftiger als jede einzelne Kennzahl.

 

Was ist wichtiger: wenige Betriebsstunden oder guter Zustand?

 

Wenn Sie zwischen zwei gebrauchten Baumaschinen wählen müssen, sollte der technische Zustand eine zentrale Rolle spielen.

 

Ein niedriger Betriebsstundenstand ist natürlich interessant.

 

Er sollte aber nicht dazu führen, dass andere wichtige Faktoren ignoriert werden.

 

Eine Maschine mit 3.000 Betriebsstunden und unklarer Historie ist nicht automatisch die bessere Wahl als eine Maschine mit 7.000 Betriebsstunden und nachvollziehbarer Wartung.

 

Auch Marktanalysen zu gebrauchten Baumaschinen kommen zu dem Ergebnis, dass die Betriebsstundenzahl nur gemeinsam mit Wartung, Einsatzbedingungen und technischem Zustand sinnvoll bewertet werden kann.

 

Wie sollten Sie den Preis einer Maschine mit hoher Betriebsstundenzahl bewerten?

 

Der Preis sollte immer im Vergleich zu ähnlichen Maschinen betrachtet werden.

 

Vergleichen Sie möglichst:

 

  • Hersteller
  • Modell
  • Baujahr
  • Betriebsstunden
  • Ausstattung
  • Anbaugeräte
  • Wartungshistorie
  • technischer Zustand
  • Verschleißzustand
  • Standort
  • Transportkosten
  • gegebenenfalls bereits durchgeführte Reparaturen

 

Eine Maschine mit höherem Kaufpreis kann wirtschaftlich attraktiver sein, wenn wichtige Komponenten bereits erneuert wurden.

 

Eine besonders günstige Maschine kann dagegen teuer werden, wenn kurz nach dem Kauf umfangreiche Reparaturen erforderlich sind.

 

Deshalb sollte der Kaufpreis niemals isoliert betrachtet werden.

 

Hohe Betriebsstunden können sogar ein Vorteil sein

 

Das klingt zunächst ungewöhnlich, ist aber bei der Bewertung gebrauchter Baumaschinen durchaus relevant.

 

Eine Maschine mit hoher Betriebsstundenzahl hat bereits einen großen Teil ihrer bisherigen Nutzung hinter sich.

 

Wenn dabei wichtige Komponenten bereits überholt oder erneuert wurden und die Maschine weiterhin in einem guten Zustand ist, kann der Käufer von einem niedrigeren Einstiegspreis profitieren.

 

Eine solche Maschine kann insbesondere dann interessant sein, wenn sie nicht mehr über Jahre hinweg täglich unter maximaler Belastung eingesetzt werden soll.

 

Entscheidend ist jedoch immer, ob die bereits durchgeführten Arbeiten nachvollziehbar sind und ob der aktuelle Zustand zum Preis passt.

 

Welche Baumaschinen können mit hoher Betriebsstundenzahl interessant sein?

 

Grundsätzlich lässt sich diese Frage nicht auf einzelne Maschinentypen beschränken.

 

Unter anderem können folgende gebrauchte Baumaschinen mit höherer Betriebsstundenzahl auf dem Markt interessant sein:

 

  • Bagger
  • Minibagger
  • Kettenbagger
  • Mobilbagger
  • Radlader
  • Dumper
  • Teleskoplader
  • Walzen
  • Straßenbaumaschinen
  • Arbeitsbühnen
  • Krane
  • Verdichtungsmaschinen

 

Bei jedem Maschinentyp sind jedoch andere Komponenten besonders relevant.

 

Bei einem Kettenbagger spielt beispielsweise der Unterwagen eine wichtige Rolle.

 

Bei einem Radlader sollten unter anderem Reifen, Gelenk, Achsen, Getriebe und Arbeitsausrüstung betrachtet werden.

 

Bei einem Dumper sind unter anderem Antrieb, Fahrwerk, Mulde und Hydraulik interessant.

 

Bei einem Teleskoplader sollten beispielsweise Teleskopausleger, Hydraulik, Antrieb und vorhandene Anbaugeräte berücksichtigt werden.

 

Gebrauchte Baumaschinen mit hoher Betriebsstundenzahl für Unternehmen

 

Für Unternehmen ist die Wirtschaftlichkeit einer gebrauchten Baumaschine besonders wichtig.

 

Die Maschine muss nicht nur technisch funktionieren.

 

Sie muss zum betrieblichen Einsatz passen und wirtschaftlich betrieben werden können.

 

Deshalb sollten Sie vor dem Kauf folgende Fragen beantworten:

 

  • Wie viele Stunden pro Jahr wird die Maschine voraussichtlich eingesetzt?
  • Welche Arbeiten soll sie hauptsächlich erledigen?
  • Wie wichtig ist eine maximale Verfügbarkeit?
  • Welche Wartungsmöglichkeiten stehen im eigenen Unternehmen zur Verfügung?
  • Wie hoch dürfen ungeplante Reparaturkosten sein?
  • Wie lange soll die Maschine voraussichtlich im Unternehmen bleiben?
  • Welche Anbaugeräte werden benötigt?

 

Je genauer diese Fragen beantwortet werden, desto besser können Sie entscheiden, ob eine Maschine mit hoher Betriebsstundenzahl für Ihr Unternehmen geeignet ist.

 

Wann ist eine jüngere gebrauchte Baumaschine die bessere Wahl?

 

Eine Maschine mit weniger Betriebsstunden kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn Sie eine hohe jährliche Auslastung planen.

 

Auch bei zeitkritischen Projekten kann eine höhere Investitionssicherheit wichtiger sein als ein möglichst niedriger Kaufpreis.

 

Wenn Stillstandszeiten hohe Folgekosten verursachen, sollten Sie das Risiko älterer Maschinen besonders sorgfältig bewerten.

 

Die richtige Entscheidung hängt deshalb nicht nur vom Preis der Maschine ab.

 

Sie hängt davon ab, welche wirtschaftliche Rolle die Maschine in Ihrem Unternehmen übernehmen soll.

 

Checkliste: Gebrauchte Baumaschine mit hoher Betriebsstundenzahl kaufen

 

Vor dem Kauf können Sie die folgende Checkliste verwenden:

 

Betriebsstunden

 

  • ☐ Betriebsstunden ablesen
  • ☐ Betriebsstunden mit Baujahr vergleichen
  • ☐ Betriebsstunden mit Wartungsunterlagen abgleichen
  • ☐ Betriebsstunden auf Plausibilität prüfen

 

Einsatz

 

  • ☐ Einsatzgebiet der Maschine erfragen
  • ☐ bisherige Belastung berücksichtigen
  • ☐ typische Einsatzbedingungen prüfen
  • ☐ bisherigen Besitzer beziehungsweise Einsatzbetrieb berücksichtigen

 

Wartung

 

  • ☐ Wartungshistorie prüfen
  • ☐ Reparaturen nachvollziehen
  • ☐ erneuerte Komponenten dokumentieren
  • ☐ Wartungsintervalle berücksichtigen

 

Technischer Zustand

 

  • ☐ Motor prüfen
  • ☐ Hydraulik prüfen
  • ☐ Antrieb prüfen
  • ☐ Reifen beziehungsweise Unterwagen prüfen
  • ☐ Arbeitsausrüstung prüfen
  • ☐ Bolzen, Buchsen und Gelenke prüfen
  • ☐ Elektronik und Anzeigen prüfen
  • ☐ sichtbare Undichtigkeiten prüfen

 

Wirtschaftlichkeit

 

  • ☐ Kaufpreis vergleichen
  • ☐ absehbare Reparaturen kalkulieren
  • ☐ Verschleißteile berücksichtigen
  • ☐ Transportkosten berücksichtigen
  • ☐ geplante jährliche Nutzung berücksichtigen
  • ☐ mögliche Stillstandskosten berücksichtigen

 

Die wichtigste Frage lautet nicht: Wie viele Betriebsstunden hat die Maschine?

 

Die Betriebsstundenzahl ist zweifellos eine wichtige Information beim Kauf einer gebrauchten Baumaschine.

 

Sie sagt jedoch nur einen Teil der Geschichte.

 

Wer eine Maschine mit hoher Betriebsstundenzahl beurteilen möchte, sollte deshalb mehrere Faktoren zusammenführen.

 

Betriebsstunden + Baujahr + Einsatzprofil + Wartung + technischer Zustand + Verschleiß + Preis

 

Erst aus dieser Kombination entsteht ein realistisches Bild.

 

Eine hohe Betriebsstundenzahl kann ein Warnsignal sein.

 

Sie kann aber ebenso eine Gelegenheit sein, wenn die Maschine gut gewartet wurde, wichtige Komponenten in gutem Zustand sind und der Kaufpreis das Alter und den Verschleiß angemessen berücksichtigt.

 

Gebrauchte Baumaschinen mit hoher Betriebsstundenzahl richtig bewerten

 

Beim Kauf gebrauchter Baumaschinen sollte es deshalb nicht darum gehen, grundsätzlich Maschinen mit vielen Betriebsstunden auszuschließen.

 

Viel sinnvoller ist eine differenzierte Betrachtung.

 

Wie wurde die Maschine eingesetzt?

 

Wie wurde sie gewartet?

 

Welche Reparaturen wurden durchgeführt?

 

Welche Komponenten wurden bereits erneuert?

 

Wie sieht der aktuelle technische Zustand aus?

 

Welche Investitionen sind absehbar?

 

Und vor allem:

 

Passt die Maschine zu Ihrem geplanten Einsatz und ist der Gesamtpreis wirtschaftlich sinnvoll?

 

Genau diese Fragen sind wesentlich aussagekräftiger als die reine Betrachtung des Betriebsstundenzählers.

 

Gebrauchte Baumaschinen beim BAUMASCHINENZENTRUM

 

Das BAUMASCHINENZENTRUM beschäftigt sich mit gebrauchten Baumaschinen und Baugeräten und bringt Käufer und Verkäufer zusammen.

 

Dabei geht es nicht ausschließlich um Maschinen mit besonders niedriger Betriebsstundenzahl.

 

Vielmehr kommt es darauf an, für welche Einsatzsituation eine Maschine gesucht wird und welche gebrauchte Baumaschine zu den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens passt.

 

Zum Angebot können je nach Verfügbarkeit unter anderem Bagger, Minibagger, Mobilbagger, Radlader, Dumper, Teleskoplader, Walzen, Arbeitsbühnen, Krane, Baugeräte und Anbaugeräte gehören.

 

Wenn Sie eine bestimmte gebrauchte Baumaschine suchen, können Sie dem BAUMASCHINENZENTRUM Ihre Anforderungen mitteilen.

 

Über den eigenen Bestand und das bestehende Netzwerk können unterschiedliche gebrauchte Maschinen berücksichtigt werden.

 

Gebrauchte Baumaschine mit hoher Betriebsstundenzahl kaufen – Fazit

 

Eine gebrauchte Baumaschine mit hoher Betriebsstundenzahl kann eine interessante und wirtschaftliche Lösung sein.

 

Voraussetzung ist, dass Sie die Betriebsstunden nicht isoliert betrachten.

 

Eine hohe Betriebsstundenzahl bedeutet nicht automatisch, dass eine Maschine technisch am Ende ihrer Lebensdauer ist.

 

Ebenso bedeutet eine niedrige Betriebsstundenzahl nicht automatisch, dass eine Maschine in einem besonders guten Zustand ist.

 

Entscheidend sind Wartung, Einsatzprofil, technischer Zustand, Verschleiß, bereits durchgeführte Reparaturen und der Preis.

 

Besonders wichtig ist die Frage, welche Kosten nach dem Kauf auf Sie zukommen können.

 

Eine Maschine mit vielen Betriebsstunden kann deshalb die bessere Wahl sein, wenn sie nachvollziehbar gewartet wurde, technisch einen guten Eindruck macht und zu Ihrem geplanten Einsatz passt.

 

Beim Kauf gebrauchter Baumaschinen sollten Sie nicht die niedrigste Betriebsstundenzahl suchen, sondern die Maschine mit dem für Ihren Einsatz besten Gesamtpaket.

 

Das bedeutet: Zustand vor Zahl, Historie vor Vermutung und Wirtschaftlichkeit vor einem vermeintlich günstigen Kaufpreis.

 

Sie suchen eine gebrauchte Baumaschine?

 

Sie suchen einen gebrauchten Bagger, Radlader, Dumper, Teleskoplader, eine Walze oder eine andere gebrauchte Baumaschine?

 

Dann können Sie sich direkt an das BAUMASCHINENZENTRUM wenden und Ihre Anforderungen mitteilen.

 

Sie wissen bereits, welche Maschine Sie suchen?

 

Dann teilen Sie uns Hersteller, Modell, Gewichtsklasse, Einsatzbereich oder andere wichtige Anforderungen mit.

 

Sie suchen eine gebrauchte Baumaschine mit einer bestimmten Betriebsstundenzahl?

 

Auch dann können Sie sich an das BAUMASCHINENZENTRUM wenden.

 

Wir unterstützen Sie dabei, eine passende gebrauchte Baumaschine aus unserem Bestand oder unserem Netzwerk zu finden.

 

BAUMASCHINENZENTRUM – Ihr Partner für gebrauchte Baumaschinen und Baugeräte.

 

Vom einzelnen Baugerät bis zum kompletten Maschinenpark.

 

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