Was sollte man beim Kauf einer gebrauchten Baumaschine prüfen?

Der Kauf einer gebrauchten Baumaschine kann für Unternehmen wirtschaftlich sehr interessant sein. Gleichzeitig ist eine gebrauchte Baumaschine keine Ware, die sich allein anhand von Baujahr, Betriebsstunden und Kaufpreis beurteilen lässt.

 

Ob ein gebrauchter Bagger, Radlader, Dumper, Teleskoplader, eine Walze oder ein Baugerät tatsächlich eine gute Investition ist, zeigt sich erst bei einer ganzheitlichen Betrachtung.

 

Entscheidend sind unter anderem der technische Zustand, die Betriebsstunden, die Wartungshistorie, der Verschleiß, die Ausstattung, der bisherige Einsatz, die vorhandenen Unterlagen und die zu erwartenden Folgekosten.

 

Eine systematische Prüfung vor dem Kauf kann deshalb helfen, teure Überraschungen zu vermeiden. Aktuelle Praxisleitfäden zur Prüfung gebrauchter Baumaschinen empfehlen insbesondere eine Kombination aus Sichtprüfung, Funktionstest, Kontrolle von Hydraulik und Antrieb sowie der Prüfung von Wartungs- und Maschinendokumentation.

 

Für Unternehmen ist dabei eine Frage besonders wichtig:

 

Passt nicht nur der Preis, sondern passt die gesamte Maschine zu meinem geplanten Einsatz?

 

Das BAUMASCHINENZENTRUM beschäftigt sich mit gebrauchten Baumaschinen und Baugeräten und möchte Käufern deshalb einen möglichst praxisnahen Blick auf den Gebrauchtmaschinenkauf geben.

 

Die wichtigsten Punkte beim Kauf einer gebrauchten Baumaschine

 

Bevor Sie eine gebrauchte Baumaschine kaufen, sollten Sie nicht nur den Kaufpreis betrachten.

 

Prüfen Sie insbesondere:

 

  • Hersteller und Modell
  • Baujahr
  • Betriebsstunden
  • Seriennummer und Typenschild
  • Wartungs- und Reparaturhistorie
  • allgemeinen optischen Zustand
  • Motor
  • Hydraulik
  • Getriebe und Antrieb
  • Fahrwerk beziehungsweise Unterwagen
  • Reifen oder Laufwerk
  • Ausleger, Hubarme und Arbeitsausrüstung
  • Bolzen und Buchsen
  • Anbaugeräte
  • Kabine und Bedienelemente
  • elektrische Anlage
  • Sicherheitsausstattung
  • vorhandene Dokumentation
  • Ersatzteilversorgung
  • bisherigen Einsatzbereich
  • zu erwartende Reparatur- und Verschleißkosten
  • Transport und Logistik
  • tatsächliche Eignung für den vorgesehenen Einsatz

 

Dabei sollte kein einzelner Punkt isoliert betrachtet werden.

 

Eine Baumaschine mit vielen Betriebsstunden kann beispielsweise besser sein als eine deutlich jüngere Maschine mit wenigen Stunden, wenn Wartung, Einsatzbedingungen und technischer Zustand entsprechend besser sind.

 

1. Passt die Baumaschine überhaupt zu Ihrem Einsatz?

 

Die wichtigste Prüfung beginnt eigentlich noch vor der technischen Besichtigung.

 

Sie sollten zunächst klären, welche Aufgaben die gebrauchte Baumaschine in Ihrem Unternehmen tatsächlich übernehmen soll.

 

Ein Bagger ist nicht automatisch für jeden Einsatz geeignet.

 

Ein Radlader kann je nach Größe, Schaufel, Bereifung und Ausstattung für bestimmte Aufgaben hervorragend geeignet sein und für andere Anwendungen wiederum zu klein oder zu groß sein.

 

Bei einem Teleskoplader können beispielsweise Hubhöhe und Tragfähigkeit entscheidend sein.

 

Bei einem Dumper spielen unter anderem Nutzlast, Bauart, Geländetauglichkeit und Einsatzbedingungen eine Rolle.

 

Deshalb sollte die Kaufentscheidung immer mit dem tatsächlichen Einsatzprofil beginnen.

 

Fragen Sie sich vor dem Kauf

 

  • Welche Arbeiten soll die Maschine erledigen?
  • Wie viele Stunden pro Jahr wird sie voraussichtlich eingesetzt?
  • Auf welchen Baustellen wird sie eingesetzt?
  • Welche Materialien werden bewegt?
  • Welche Gewichte müssen gehoben oder transportiert werden?
  • Welche Reichweite oder Hubhöhe wird benötigt?
  • Welche Anbaugeräte sollen verwendet werden?
  • Wird die Maschine häufig umgesetzt?
  • Wird sie überwiegend auf befestigtem oder unbefestigtem Untergrund eingesetzt?
  • Welche Anforderungen bestehen an Abmessungen und Transport?

 

Je genauer diese Fragen beantwortet sind, desto besser können Sie die passende gebrauchte Baumaschine auswählen.

 

2. Hersteller, Modell und genaue Konfiguration prüfen

 

Bei gebrauchten Baumaschinen sollte nicht nur der Hersteller betrachtet werden.

 

Auch das konkrete Modell und die tatsächliche Ausstattung sind wichtig.

 

Zwei Maschinen desselben Herstellers können sich hinsichtlich Motorisierung, Hydraulik, Gewicht, Ausstattung und Einsatzmöglichkeiten deutlich unterscheiden.

 

Prüfen Sie deshalb möglichst genau:

 

  • Hersteller
  • Modellbezeichnung
  • Seriennummer
  • Baujahr
  • Motorisierung
  • Betriebsgewicht
  • Leistung
  • Ausstattung
  • Hydraulikoptionen
  • vorhandene Zusatzsteuerkreise
  • Schnellwechsler
  • Anbaugeräte
  • Bereifung oder Laufwerk
  • Sonderausstattung

 

Die Seriennummer beziehungsweise Identifikation der Maschine sollte mit den vorhandenen Unterlagen übereinstimmen.

 

Gerade beim Kauf einer gebrauchten Baumaschine ist es sinnvoll, die Angaben aus Inserat, Typenschild und Dokumentation miteinander abzugleichen.

 

3. Betriebsstunden richtig einordnen

 

Die Betriebsstunden gehören zu den bekanntesten Angaben beim Kauf einer gebrauchten Baumaschine.

 

Sie sind wichtig – aber nicht allein entscheidend.

 

Eine Maschine mit 5.000 Betriebsstunden ist nicht automatisch schlechter als eine Maschine mit 3.000 Betriebsstunden.

 

Entscheidend ist, wie diese Betriebsstunden zustande gekommen sind und wie die Maschine während dieser Zeit behandelt wurde.

 

Eine Baumaschine, die regelmäßig gewartet wurde und unter vernünftigen Bedingungen eingesetzt wurde, kann trotz höherer Betriebsstunden technisch interessant sein.

 

Umgekehrt sollte eine Maschine mit auffällig wenigen Betriebsstunden nicht automatisch als besonders guter Kauf betrachtet werden.

 

Vergleichen Sie deshalb die Betriebsstunden mit:

 

  • Baujahr
  • Wartungsunterlagen
  • Reparaturhistorie
  • allgemeinem Verschleiß
  • Zustand von Sitz und Kabine
  • Pedalen und Bedienelementen
  • Hydraulik
  • Reifen oder Laufwerk
  • Arbeitsausrüstung
  • bisherigen Einsatzbedingungen

 

Die Betriebsstunden sollten möglichst ein plausibles Gesamtbild mit dem übrigen Zustand der Maschine ergeben. Auch aktuelle Prüfhinweise für gebrauchte Baumaschinen empfehlen, Betriebsstunden nicht isoliert, sondern gemeinsam mit Verschleißbild und Wartungshistorie zu bewerten.

 

4. Baujahr und Alter der Maschine prüfen

 

Auch das Baujahr ist eine wichtige Information.

 

Dabei bedeutet ein höheres Alter nicht automatisch einen schlechten Zustand.

 

Viel entscheidender ist die Kombination aus Alter, Betriebsstunden, Wartung und Einsatz.

 

Eine ältere Baumaschine kann interessant sein, wenn sie technisch gepflegt und für den geplanten Einsatz ausreichend ausgestattet ist.

 

Bei älteren Maschinen sollten Sie allerdings genauer auf bestimmte Punkte achten.

 

Dazu gehören beispielsweise:

 

  • Zustand der Hydraulik
  • Dichtungen
  • Schläuche
  • elektrische Komponenten
  • Korrosion
  • Fahrwerk
  • Gelenke
  • Bolzen und Buchsen
  • Motor
  • Getriebe
  • Ersatzteilversorgung

 

Gerade bei älteren oder weniger verbreiteten Modellen sollten Sie außerdem prüfen, wie gut Verschleiß- und Ersatzteile verfügbar sind.

 

5. Wartungs- und Reparaturhistorie ansehen

 

Eine nachvollziehbare Wartungshistorie kann beim Kauf einer gebrauchten Baumaschine besonders wertvoll sein.

 

Sie zeigt nicht nur, dass eine Maschine gewartet wurde, sondern kann auch Hinweise darauf geben, welche Arbeiten bereits durchgeführt wurden.

 

Interessant sind beispielsweise:

 

  • Wartungsintervalle
  • Ölwechsel
  • Filterwechsel
  • Reparaturen
  • Austausch von Verschleißteilen
  • Reparaturen an der Hydraulik
  • Motorarbeiten
  • Getriebearbeiten
  • Fahrwerksarbeiten
  • Austausch von Schläuchen
  • Erneuerung von Bolzen und Buchsen
  • größere Instandsetzungen

 

Idealerweise lassen sich Wartungsarbeiten anhand von Rechnungen, Serviceberichten oder anderen Unterlagen nachvollziehen.

 

Noch wichtiger ist die Plausibilität.

 

Wenn beispielsweise Wartungsunterlagen vorhanden sind, sollten Betriebsstunden, Datumsangaben und durchgeführte Arbeiten möglichst zusammenpassen.

 

6. Den Motor prüfen

 

Der Motor gehört selbstverständlich zu den wichtigsten Komponenten einer gebrauchten Baumaschine.

 

Bei der Besichtigung sollten Sie nicht nur fragen, ob der Motor „läuft“.

 

Interessanter ist die Frage, wie der Motor läuft.

 

Achten Sie unter anderem auf:

 

  • Startverhalten
  • ungewöhnliche Geräusche
  • unruhigen Motorlauf
  • ungewöhnliche Abgasentwicklung
  • Ölverlust
  • Kühlmittelverlust
  • sichtbare Undichtigkeiten
  • Temperaturverhalten
  • Warnmeldungen
  • Motorleistung unter Belastung

 

Wenn möglich, sollte die Maschine nicht nur im Stand laufen.

 

Ein Funktionstest unter realistischen Bedingungen kann wesentlich aussagekräftiger sein.

 

Bei einer gebrauchten Baumaschine können sich bestimmte Probleme nämlich erst zeigen, wenn Motor, Hydraulik und Antrieb tatsächlich belastet werden.

 

7. Hydraulik besonders genau prüfen

 

Bei vielen Baumaschinen gehört die Hydraulik zu den besonders wichtigen und potenziell kostenintensiven Bereichen.

 

Das gilt beispielsweise für:

 

  • Bagger
  • Radlader
  • Teleskoplader
  • Dumper
  • Arbeitsbühnen
  • verschiedene Spezialmaschinen

 

Prüfen Sie zunächst die sichtbaren Komponenten.

 

Achten Sie auf:

 

  • Hydraulikschläuche
  • Scheuerstellen
  • beschädigte Leitungen
  • Anschlüsse
  • Hydraulikzylinder
  • Dichtungen
  • Ölspuren
  • Pumpenbereich
  • Schnellkupplungen

 

Anschließend sollte die Hydraulik möglichst praktisch getestet werden.

 

Bewegen Sie die Arbeitsausrüstung mehrfach und achten Sie darauf, ob die Bewegungen gleichmäßig erfolgen.

 

Ruckeln, ungewöhnliche Geräusche, auffällige Verzögerungen oder Funktionen, die nicht sauber arbeiten, sollten genauer untersucht werden.

 

Eine Sichtprüfung allein reicht bei einer gebrauchten Baumaschine deshalb häufig nicht aus. Praxisleitfäden empfehlen ausdrücklich, die hydraulischen Funktionen mehrfach zu betätigen und dabei auf Leckagen, Ruckeln, Geräusche und verzögerte Bewegungen zu achten.

 

8. Hydraulikzylinder und Schläuche kontrollieren

 

Hydraulikzylinder verdienen eine eigene Prüfung.

 

Schauen Sie sich die Kolbenstangen genau an.

 

Achten Sie auf:

 

  • Kratzer
  • Beschädigungen
  • Rost
  • Ölspuren
  • undichte Dichtungen

 

Auch Hydraulikschläuche sollten nicht einfach als nebensächlich betrachtet werden.

 

Prüfen Sie auf:

 

  • Scheuerstellen
  • Risse
  • Knickstellen
  • poröse Stellen
  • beschädigte Schutzummantelungen
  • undichte Anschlüsse

 

Ein einzelner Schlauch ist normalerweise kein Grund, eine Maschine grundsätzlich abzulehnen.

 

Mehrere auffällige Leitungen oder sichtbare Undichtigkeiten können jedoch ein Hinweis auf anstehenden Wartungs- oder Reparaturbedarf sein.

 

9. Fahrwerk und Unterwagen prüfen

 

Bei Kettenbaggern und anderen Raupenmaschinen ist der Unterwagen ein besonders wichtiger Kostenfaktor.

 

Prüfen Sie unter anderem:

 

  • Ketten
  • Laufrollen
  • Leiträder
  • Antriebsräder
  • Kettenplatten
  • Spannvorrichtung
  • sichtbaren Verschleiß
  • Beschädigungen

 

Der Zustand des Unterwagens kann erheblichen Einfluss auf die tatsächlichen Gesamtkosten einer gebrauchten Baumaschine haben.

 

Eine Maschine kann auf den ersten Blick attraktiv erscheinen und dennoch einen erheblichen Investitionsbedarf aufweisen, wenn beispielsweise mehrere Komponenten des Unterwagens gleichzeitig verschlissen sind.

 

Bei gebrauchten Baumaschinen sollte deshalb nicht nur der Kaufpreis betrachtet werden.

 

Entscheidend ist vielmehr der Kaufpreis zuzüglich absehbarer Investitionen.

 

10. Reifen bei Radladern und anderen Maschinen prüfen

 

Bei Radladern, Dumpern, Teleskopladern und anderen Maschinen mit Reifen sollten Sie den Zustand der Bereifung ebenfalls berücksichtigen.

 

Achten Sie auf:

 

  • Profiltiefe
  • ungleichmäßigen Verschleiß
  • Beschädigungen
  • Risse
  • Alter
  • unterschiedliche Reifen
  • sichtbare Fremdkörperschäden

 

Auch hier gilt:

 

Nicht nur anschauen, sondern einordnen.

 

Ein Reifen mit deutlichem Verschleiß bedeutet nicht automatisch, dass eine Maschine schlecht ist.

 

Sie sollten jedoch berücksichtigen, ob in absehbarer Zeit Kosten für einen Austausch entstehen könnten.

 

11. Ausleger, Hubarme und Arbeitsausrüstung kontrollieren

 

Bei Baggern, Radladern und Teleskopladern sollten die tragenden und beweglichen Komponenten besonders genau betrachtet werden.

 

Achten Sie auf:

 

  • Risse
  • Verformungen
  • Beschädigungen
  • Schweißstellen
  • ungewöhnliche Reparaturen
  • Korrosion
  • ausgeschlagene Lagerstellen

 

Frische Lackierungen sollten nicht automatisch negativ bewertet werden.

 

Allerdings lohnt es sich, frisch lackierte oder reparierte Bereiche genauer anzusehen.

 

Sichtbare Reparaturschweißungen oder Veränderungen an tragenden Bauteilen sollten nachvollziehbar sein.

 

12. Bolzen und Buchsen auf Spiel prüfen

 

Verschleiß an Bolzen und Buchsen ist bei gebrauchten Baumaschinen grundsätzlich normal.

 

Die entscheidende Frage lautet daher nicht:

 

Gibt es Verschleiß?

 

Sondern:

 

Wie stark ist der Verschleiß und welche Kosten entstehen daraus?

 

Bei Baggern können beispielsweise Ausleger, Stiel, Löffelaufnahme und andere Gelenkpunkte betroffen sein.

 

Übermäßiges Spiel kann auf erhöhten Verschleiß hinweisen.

 

Eine gezielte Funktionsprüfung kann helfen, solche Auffälligkeiten besser zu erkennen. Auch aktuelle Kaufchecklisten empfehlen, bewegliche Arbeitsausrüstungen auf übermäßiges Spiel und auffällige Bewegungen zu prüfen.

 

13. Drehkranz beim Bagger prüfen

 

Bei einem gebrauchten Bagger sollte auch der Drehkranz beziehungsweise der Bereich der Oberwagenrotation geprüft werden.

 

Drehen Sie den Oberwagen kontrolliert in beide Richtungen.

 

Achten Sie auf:

 

  • ungewöhnliche Geräusche
  • Knacken
  • Schlagen
  • auffälliges Spiel
  • ungleichmäßige Bewegungen

 

Der Drehkranz ist ein wichtiger Bestandteil eines Baggers und sollte deshalb nicht bei einer kurzen Besichtigung übergangen werden.

 

14. Kabine und Bedienelemente prüfen

 

Eine Baumaschine ist ein Arbeitsmittel.

 

Deshalb sollte auch die Kabine nicht nur nach optischen Kriterien beurteilt werden.

 

Prüfen Sie:

 

  • Fahrersitz
  • Joysticks
  • Pedale
  • Schalter
  • Displays
  • Instrumente
  • Klimaanlage
  • Heizung
  • Beleuchtung
  • Scheiben
  • Spiegel
  • Scheibenwischer
  • Türen
  • Verriegelungen

 

Achten Sie außerdem darauf, ob Fehlermeldungen oder Warnanzeigen vorhanden sind.

 

Ein gepflegter Innenraum kann zwar einen guten Gesamteindruck vermitteln, sagt allein aber wenig über den technischen Zustand der Maschine aus.

 

Umgekehrt ist ein abgenutzter Sitz nicht automatisch ein technischer Mangel.

 

Wichtig ist das Gesamtbild.

 

15. Elektrik und Elektronik testen

 

Moderne Baumaschinen verfügen teilweise über umfangreiche elektronische Systeme.

 

Deshalb sollte auch die elektrische und elektronische Ausstattung geprüft werden.

 

Kontrollieren Sie unter anderem:

 

  • Beleuchtung
  • Warnleuchten
  • Anzeigen
  • Display
  • Bedienelemente
  • Batterie
  • Anlasser
  • Hupe
  • Rückfahrwarner
  • Kamerasysteme
  • Klimaanlage
  • sonstige elektrische Funktionen

 

Bei Maschinen mit umfangreicher Elektronik kann ein Fehler deutlich komplexer sein als ein rein mechanisches Verschleißteil.

 

16. Sicherheitsausstattung nicht vergessen

 

Sicherheitsrelevante Einrichtungen sollten besonders sorgfältig geprüft werden.

 

Dazu können je nach Maschine beispielsweise gehören:

 

  • Sicherheitsgurt
  • Schutzvorrichtungen
  • Warnsysteme
  • Rückfahrwarner
  • Beleuchtung
  • Not-Halt-Einrichtungen
  • Zugangssysteme
  • Kabinenschutz
  • weitere maschinenspezifische Sicherheitseinrichtungen

 

Beim Einsatz einer gebrauchten Maschine in einem Unternehmen müssen zudem die geltenden Anforderungen an einen sicheren Betrieb berücksichtigt werden.

 

Die DGUV weist darauf hin, dass ein Betrieb, der eine gebrauchte Maschine kauft, sich vor deren erneutem Einsatz vergewissern muss, dass die Maschine die Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung erfüllt.

 

Bei bestimmten Maschinen und Einsatzbereichen können darüber hinaus spezielle Prüfpflichten relevant sein.

 

Bei Arbeitsbühnen beispielsweise bestehen besondere Anforderungen an Prüfungen durch befähigte Personen beziehungsweise Sachverständige.

 

17. Dokumentation und Unterlagen prüfen

 

Eine gebrauchte Baumaschine sollte möglichst nicht nur aus Maschine und Schlüssel bestehen.

 

Je nach Maschine und Verkaufssituation können verschiedene Unterlagen relevant sein.

 

Dazu gehören beispielsweise:

 

  • Betriebsanleitung
  • Wartungsunterlagen
  • Serviceberichte
  • Reparaturrechnungen
  • Ersatzteilunterlagen
  • technische Dokumentation
  • Konformitätsunterlagen
  • CE-Kennzeichnung
  • Informationen zu Umbauten
  • Unterlagen zu Anbaugeräten
  • vorhandene Prüfunterlagen

 

Welche Unterlagen tatsächlich erforderlich oder sinnvoll sind, hängt von Maschine, Alter, Herkunft, Einsatz und konkreter Situation ab.

 

Die DGUV weist darauf hin, dass Maschinen im Anwendungsbereich der Maschinenrichtlinie grundsätzlich mit CE-Kennzeichnung und EG-Konformitätserklärung versehen sein müssen; bei gebrauchten Maschinen können je nach Herkunft und wesentlichen Veränderungen besondere rechtliche Fragen entstehen.

 

18. Seriennummer und Typenschild abgleichen

 

Ein vergleichsweise einfacher, aber wichtiger Schritt:

 

Vergleichen Sie die Maschine mit den angegebenen Daten.

 

Prüfen Sie:

 

  • Hersteller
  • Modell
  • Seriennummer
  • Baujahr beziehungsweise Herstellungsjahr
  • Motorangaben
  • Typenschild

 

Die Daten sollten mit den Angaben im Angebot und den vorhandenen Unterlagen übereinstimmen.

 

Bei Unstimmigkeiten sollten Sie nachfragen, bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen.

 

19. Anbaugeräte und Zubehör prüfen

 

Bei gebrauchten Baumaschinen kann das Zubehör einen erheblichen Mehrwert darstellen.

 

Bei einem Bagger kann beispielsweise ein Schnellwechsler mit mehreren Löffeln oder anderen Anbaugeräten enthalten sein.

 

Bei einem Radlader können Schaufeln, Gabeln oder weitere Anbaugeräte dazugehören.

 

Prüfen Sie deshalb nicht nur die Maschine selbst, sondern auch:

 

  • Löffel
  • Greifer
  • Hydraulikhämmer
  • Scheren
  • Schnellwechsler
  • Palettengabeln
  • Schaufeln
  • Verdichter
  • Fräsen
  • sonstige Anbaugeräte

 

Auch Anbaugeräte sollten hinsichtlich Zustand, Funktion und Kompatibilität geprüft werden.

 

20. Passt der Schnellwechsler zu Ihren Anforderungen?

 

Gerade beim Kauf eines gebrauchten Baggers kann der Schnellwechsler eine wichtige Rolle spielen.

 

Prüfen Sie:

 

  • Typ
  • Baugröße
  • Funktionsweise
  • Zustand
  • Verriegelung
  • Kompatibilität mit vorhandenen Anbaugeräten
  • Hydraulikanschlüsse

 

Ein vorhandener Schnellwechsler ist nur dann wirklich wertvoll, wenn er zu Ihren geplanten Anbaugeräten passt.

 

21. Den bisherigen Einsatz der Maschine hinterfragen

 

Eine wichtige Frage beim Kauf lautet:

 

Was hat die Maschine bisher gemacht?

 

Ein Bagger aus dem klassischen Tiefbau kann einem anderen Verschleißbild unterliegen als eine vergleichbare Maschine, die beispielsweise überwiegend im Abbruch eingesetzt wurde.

 

Auch Einsatzbereiche wie:

 

  • Steinbruch
  • Recycling
  • Abbruch
  • Straßenbau
  • Tiefbau
  • GaLaBau
  • Materialumschlag

 

können unterschiedliche Belastungen bedeuten.

 

Deshalb sollten Sie versuchen, den bisherigen Einsatz möglichst genau zu verstehen.

 

22. Nicht nur auf Fotos verlassen

 

Fotos sind für die Vorauswahl gebrauchter Baumaschinen sehr hilfreich.

 

Sie ersetzen jedoch keine technische Prüfung.

 

Auf Bildern lassen sich bestimmte Dinge nur schwer beurteilen.

 

Dazu gehören beispielsweise:

 

  • Geräusche
  • Hydraulikverhalten
  • Spiel
  • Motorlauf
  • Temperaturverhalten
  • Fahrverhalten
  • Funktionen unter Belastung
  • bestimmte Undichtigkeiten

 

Wenn eine persönliche Besichtigung nicht möglich ist, sollten deshalb möglichst viele Informationen, Fotos, Videos und technische Unterlagen angefordert werden.

 

Bei einer größeren Investition kann außerdem eine unabhängige technische Prüfung sinnvoll sein.

 

23. Einen Kaltstart möglichst mitbekommen

 

Wenn möglich, sollten Sie eine gebrauchte Baumaschine nicht nur in bereits warmem Zustand sehen.

 

Ein Kaltstart kann zusätzliche Informationen liefern.

 

Achten Sie beispielsweise auf:

 

  • Startverhalten
  • ungewöhnliche Geräusche
  • Abgasentwicklung
  • Warnmeldungen
  • Motorlauf
  • ungewöhnlich lange Startzeiten

 

Ein Verkäufer, der die Maschine bereits vor Ihrer Ankunft vollständig warm laufen lässt, muss damit nicht automatisch etwas verbergen.

 

Wenn Sie die Möglichkeit haben, einen Kaltstart zu erleben, kann dieser für die technische Einschätzung jedoch interessant sein.

 

24. Eine Probefahrt beziehungsweise einen Funktionstest durchführen

 

Eine gebrauchte Baumaschine sollte möglichst nicht ausschließlich im Stand besichtigt werden.

 

Testen Sie die Maschine – soweit dies sicher und sinnvoll möglich ist – unter realistischen Bedingungen.

 

Bei einem Bagger können beispielsweise folgende Funktionen interessant sein:

 

  • Fahren
  • Drehen
  • Ausleger bewegen
  • Stiel bewegen
  • Löffel betätigen
  • Zusatzhydraulik testen
  • Schnellwechsler prüfen

 

Bei einem Radlader können beispielsweise folgende Funktionen geprüft werden:

 

  • Vorwärts- und Rückwärtsfahrt
  • Lenkung
  • Bremsen
  • Hubfunktion
  • Kippfunktion
  • Hydraulik
  • Anbaugerät

 

Bei anderen Maschinen gelten entsprechend andere Prüfpunkte.

 

25. Auf ungewöhnliche Geräusche achten

 

Erfahrung ist bei der Besichtigung hilfreich.

 

Aber auch ohne tiefgehende technische Kenntnisse können Sie bewusst hinhören.

 

Achten Sie auf:

 

  • Klopfen
  • Schlagen
  • Knacken
  • Pfeifen
  • ungewöhnliches Heulen
  • mahlende Geräusche
  • ungewöhnliche Vibrationen

 

Nicht jedes Geräusch bedeutet automatisch einen Defekt.

 

Es ist jedoch ein Anlass, genauer hinzuschauen und gegebenenfalls einen Fachmann hinzuzuziehen.

 

26. Öl und Flüssigkeiten kontrollieren

 

Auch Flüssigkeiten können Hinweise auf den Zustand einer Maschine geben.

 

Je nach Maschine können beispielsweise relevant sein:

 

  • Motoröl
  • Hydrauliköl
  • Kühlmittel
  • Getriebeöl
  • Achsöl

 

Achten Sie auf sichtbare Leckagen und ungewöhnliche Verschmutzungen.

 

Bei einer professionellen technischen Untersuchung kann darüber hinaus eine weitergehende Analyse von Betriebsstoffen sinnvoll sein.

 

27. Auf Leckagen achten

 

Ölspuren gehören zu den typischen Punkten, die bei einer gebrauchten Baumaschine genauer betrachtet werden sollten.

 

Schauen Sie unter anderem:

 

  • unter der Maschine
  • im Motorraum
  • an Hydraulikzylindern
  • an Hydraulikleitungen
  • im Bereich der Pumpen
  • an Getriebe und Achsen
  • an Anschlüssen

 

Eine leichte Verschmutzung ist nicht automatisch ein schwerwiegender Defekt.

 

Frische oder wiederkehrende Flüssigkeitsverluste sollten jedoch genauer untersucht werden.

 

28. Reparaturen und Schweißarbeiten hinterfragen

 

Gebrauchte Baumaschinen werden im professionellen Einsatz belastet.

 

Reparaturen sind deshalb nicht ungewöhnlich.

 

Eine reparierte Maschine ist nicht automatisch eine schlechte Maschine.

 

Entscheidend ist vielmehr:

 

Was wurde repariert, warum wurde es repariert und wie wurde es repariert?

 

Besonders bei tragenden Komponenten sollten sichtbare Reparaturen oder Schweißarbeiten nachvollziehbar sein.

 

Fragen Sie gegebenenfalls nach:

 

  • Zeitpunkt der Reparatur
  • Ursache
  • Umfang
  • verwendeten Ersatzteilen
  • ausführendem Betrieb

 

29. Ersatzteilversorgung berücksichtigen

 

Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Wirtschaftlichkeit.

 

Wenn eine gebrauchte Baumaschine über viele Jahre im Unternehmen eingesetzt werden soll, sollte auch die Ersatzteilversorgung berücksichtigt werden.

 

Prüfen Sie insbesondere bei älteren oder seltenen Maschinen:

 

  • Verfügbarkeit von Verschleißteilen
  • Verfügbarkeit von Hydraulikkomponenten
  • Ersatzteile für Motor und Getriebe
  • elektronische Komponenten
  • Lieferzeiten
  • mögliche Alternativteile

 

Aktuelle Kaufchecklisten empfehlen ebenfalls, gerade bei älteren oder weniger verbreiteten Maschinen die Ersatzteilverfügbarkeit zu prüfen.

 

30. Die Gesamtkosten statt nur den Kaufpreis berechnen

 

Das ist einer der wichtigsten Punkte beim Kauf einer gebrauchten Baumaschine.

 

Ein günstiger Kaufpreis bedeutet nicht automatisch einen günstigen Kauf.

 

Rechnen Sie möglichst mit:

 

Kaufpreis + Transport + notwendige Reparaturen + Wartung + Verschleißteile + Anpassungen + gegebenenfalls Anbaugeräte

 

Beispiel:

 

Eine gebrauchte Maschine kostet 45.000 Euro.

 

Wenn kurzfristig weitere 8.000 Euro für Verschleiß, Wartung und Reparaturen erforderlich sind, beträgt die tatsächliche Anfangsinvestition nicht 45.000 Euro, sondern 53.000 Euro.

 

Das bedeutet nicht, dass die Maschine zu teuer ist.

 

Sie sollten die zusätzlichen Kosten nur von Anfang an berücksichtigen.

 

31. Verschleiß ist bei gebrauchten Baumaschinen normal

 

Eine gebrauchte Baumaschine darf Gebrauchsspuren haben.

 

Das ist ein wichtiger Unterschied zum Neukauf.

 

Entscheidend ist nicht, ob eine Maschine überhaupt Verschleiß zeigt.

 

Entscheidend ist, ob der Verschleiß zum Alter, zu den Betriebsstunden und zum bisherigen Einsatz passt.

 

Typische Verschleißbereiche können beispielsweise sein:

 

  • Reifen
  • Ketten
  • Laufrollen
  • Bolzen
  • Buchsen
  • Löffel
  • Schneidkanten
  • Hydraulikschläuche
  • Bremsen
  • Sitze
  • Lager
  • Dichtungen

 

Ein professioneller Käufer sollte deshalb nicht nur nach Mängeln suchen, sondern den vorhandenen Verschleiß wirtschaftlich einordnen.

 

32. Kaufpreis mit vergleichbaren Maschinen vergleichen

 

Bevor Sie sich für eine gebrauchte Baumaschine entscheiden, sollten Sie möglichst mehrere vergleichbare Angebote betrachten.

 

Dabei sollten Sie nicht ausschließlich auf den Preis achten.

 

Vergleichen Sie beispielsweise:

 

  • Hersteller
  • Modell
  • Baujahr
  • Betriebsstunden
  • Zustand
  • Ausstattung
  • Anbaugeräte
  • Wartung
  • Standort
  • Transport
  • Verkäufer
  • technische Historie

 

Eine Maschine für 50.000 Euro kann wirtschaftlich interessanter sein als eine vergleichbare Maschine für 42.000 Euro, wenn die teurere Maschine deutlich besser ausgestattet, gewartet und technisch in besserem Zustand ist.

 

33. Der günstigste Bagger ist nicht automatisch der beste Bagger

 

Gerade bei stark vergleichbaren Angeboten entsteht schnell der Eindruck:

 

Der niedrigste Preis gewinnt.

 

Bei gebrauchten Baumaschinen funktioniert diese Logik jedoch nur eingeschränkt.

 

Ein günstiger Bagger mit erheblichem Wartungsstau kann am Ende deutlich teurer werden.

 

Ein höherpreisiger Bagger mit nachvollziehbarer Wartung, gutem Zustand und passender Ausstattung kann dagegen die wirtschaftlich bessere Entscheidung sein.

 

Deshalb sollte der Preis immer im Verhältnis zum Gesamtzustand und zur erwarteten Nutzungsdauer betrachtet werden.

 

34. Auf die richtige Größe achten

 

Eine häufig unterschätzte Frage beim Kauf gebrauchter Baumaschinen lautet:

 

Ist die Maschine groß genug – oder vielleicht sogar zu groß?

 

Eine zu kleine Maschine kann die Produktivität beeinträchtigen.

 

Eine zu große Maschine kann unnötige Kosten verursachen.

 

Berücksichtigen Sie deshalb:

 

  • Leistungsbedarf
  • Einsatzort
  • Platzverhältnisse
  • Transportmöglichkeiten
  • Nutzlast
  • Reichweite
  • Hubhöhe
  • Anbaugeräte
  • Bodenverhältnisse
  • Auslastung

 

Die beste Maschine ist nicht unbedingt die größte Maschine.

 

Sie ist die Maschine, die zu Ihrem tatsächlichen Einsatz passt.

 

35. Transport und Logistik vor dem Kauf klären

 

Eine gebrauchte Baumaschine muss nach dem Kauf häufig zum Einsatzort transportiert werden.

 

Deshalb sollte der Transport bereits vor dem Kauf berücksichtigt werden.

 

Relevant können sein:

 

  • Abmessungen
  • Gewicht
  • Transporthöhe
  • Transportbreite
  • Transportmöglichkeiten
  • Standort der Maschine
  • Entfernung
  • notwendige Genehmigungen
  • Verladebedingungen

 

Gerade bei schweren Maschinen können Transportkosten einen relevanten Teil der Gesamtkosten ausmachen.

 

36. Was sollte man bei einem gebrauchten Bagger prüfen?

 

Beim Bagger sind insbesondere folgende Bereiche interessant:

 

  • Betriebsstunden
  • Motor
  • Hydraulik
  • Hydraulikzylinder
  • Ausleger
  • Stiel
  • Löffel
  • Schnellwechsler
  • Bolzen und Buchsen
  • Drehkranz
  • Unterwagen
  • Ketten
  • Laufrollen
  • Kabine
  • Elektronik
  • Wartungshistorie

 

Zusätzlich sollten Sie prüfen, ob die Maschine mit den gewünschten Anbaugeräten kompatibel ist.

 

37. Was sollte man bei einem gebrauchten Radlader prüfen?

 

Bei einem gebrauchten Radlader sollten Sie unter anderem auf folgende Punkte achten:

 

  • Motor
  • Getriebe
  • Achsen
  • Knickgelenk
  • Reifen
  • Bremsen
  • Lenkung
  • Hubarme
  • Hydraulik
  • Schaufel
  • Schnellwechsler
  • Bolzen und Buchsen
  • Kabine
  • Elektronik
  • Betriebsstunden
  • Wartung

 

Gerade Knickgelenk, Reifen und Arbeitsausrüstung sollten nicht übersehen werden.

 

38. Was sollte man bei einem gebrauchten Dumper prüfen?

 

Bei einem Dumper sind je nach Bauart unter anderem relevant:

 

  • Motor
  • Getriebe
  • Antrieb
  • Reifen oder Ketten
  • Mulde
  • Hydraulik
  • Kippfunktion
  • Bremsen
  • Lenkung
  • Fahrwerk
  • Betriebsstunden
  • Wartungshistorie

 

Da Dumper häufig unter anspruchsvollen Baustellenbedingungen eingesetzt werden, sollte der bisherige Einsatz ebenfalls berücksichtigt werden.

 

39. Was sollte man bei einem gebrauchten Teleskoplader prüfen?

 

Bei einem Teleskoplader sollten Sie besonders auf die Kombination aus Maschine und Einsatzanforderung achten.

 

Relevant sind beispielsweise:

 

  • Tragfähigkeit
  • Hubhöhe
  • Teleskopausleger
  • Hydraulik
  • Zylinder
  • Fahrwerk
  • Reifen
  • Lenkung
  • Bremsen
  • Anbaugeräte
  • Schnellwechsler
  • Motor
  • Getriebe
  • Betriebsstunden

 

Insbesondere Traglast und Hubhöhe sollten zu den tatsächlich geplanten Arbeiten passen.

 

40. Was sollte man bei gebrauchten Baugeräten prüfen?

 

Auch kleinere Baugeräte sollten nicht ausschließlich nach dem Preis gekauft werden.

 

Bei gebrauchten Rüttelplatten, Stampfern, Stromerzeugern, Kompressoren, Betonmischern oder anderen Baugeräten können beispielsweise relevant sein:

 

  • Baujahr
  • Betriebsstunden
  • Motor
  • Funktion
  • Verschleiß
  • Gehäuse
  • Bedienung
  • elektrische Komponenten
  • Wartung
  • Sicherheitsausstattung
  • Ersatzteilversorgung

 

Auch bei einem vergleichsweise günstigen Baugerät können Reparatur- und Ersatzteilkosten die Wirtschaftlichkeit beeinflussen.

 

41. Wann sollte man einen Fachmann hinzuziehen?

 

Nicht jeder Käufer verfügt über das technische Wissen, eine gebrauchte Baumaschine vollständig zu beurteilen.

 

Bei einer größeren Investition kann deshalb eine zusätzliche technische Prüfung sinnvoll sein.

 

Das gilt insbesondere bei:

 

  • teuren Maschinen
  • hohen Betriebsstunden
  • unbekannter Historie
  • auffälligen Reparaturen
  • sichtbaren Schäden
  • komplexer Hydraulik
  • umfangreicher Elektronik
  • älteren Maschinen
  • Maschinen mit unklarer Herkunft

 

Ein Fachmann kann bestimmte technische Punkte wesentlich besser beurteilen als ein Käufer ohne entsprechende Erfahrung.

 

42. Typische Warnsignale beim Kauf einer gebrauchten Baumaschine

 

Ein einzelnes Warnsignal bedeutet nicht automatisch, dass Sie eine Maschine nicht kaufen sollten.

 

Mehrere Auffälligkeiten sollten Sie jedoch ernst nehmen.

 

Beispiele sind:

 

  • widersprüchliche Angaben zu Betriebsstunden
  • fehlende oder unplausible Wartungshistorie
  • starke Ölverluste
  • ungewöhnliche Geräusche
  • auffällige Abgasentwicklung
  • übermäßiges Spiel
  • Risse an tragenden Bauteilen
  • umfangreiche unbekannte Schweißarbeiten
  • stark verschlissenes Fahrwerk
  • zahlreiche Fehlermeldungen
  • nicht funktionierende Sicherheitsausstattung
  • unklare Seriennummer
  • fehlende wichtige Dokumentation
  • keine Möglichkeit für einen Funktionstest

 

Bei mehreren solchen Punkten sollten Sie die Maschine besonders kritisch bewerten.

 

43. Was ist wichtiger: Betriebsstunden oder Zustand?

 

Diese Frage wird beim Kauf gebrauchter Baumaschinen häufig gestellt.

 

Die bessere Antwort lautet:

 

Beides muss zusammen betrachtet werden.

 

Betriebsstunden liefern eine wichtige Orientierung.

 

Der technische Zustand zeigt dagegen, wie die Maschine tatsächlich dasteht.

 

Die Wartungshistorie erklärt wiederum, wie dieser Zustand entstanden sein kann.

 

Deshalb sollte die Bewertung möglichst aus drei Perspektiven erfolgen:

 

Betriebsstunden + Wartung + tatsächlicher Zustand

 

Erst diese Kombination ermöglicht eine sinnvollere Einschätzung.

 

44. Was ist wichtiger: Baujahr oder Wartung?

 

Auch hier gibt es keine einfache Antwort.

 

Das Baujahr liefert Informationen über das Alter und häufig auch über die technische Generation.

 

Die Wartung zeigt, wie die Maschine behandelt wurde.

 

Eine ältere, regelmäßig gewartete Maschine kann deshalb durchaus interessant sein.

 

Eine jüngere Maschine mit unbekannter Historie sollte dagegen nicht allein aufgrund ihres Alters automatisch bevorzugt werden.

 

45. Wie erkennt man eine wirtschaftlich interessante gebrauchte Baumaschine?

 

Eine wirtschaftlich interessante Maschine zeichnet sich nicht zwingend durch den niedrigsten Kaufpreis aus.

 

Vielmehr sollte das Verhältnis aus:

 

Kaufpreis + Zustand + Einsatzfähigkeit + erwartbaren Folgekosten + Nutzungsdauer

 

passen.

 

Das ist insbesondere für Unternehmen wichtig.

 

Denn eine Maschine, die häufig ungeplant ausfällt, verursacht nicht nur Reparaturkosten.

 

Sie kann gleichzeitig:

 

  • Baustellen verzögern
  • Mitarbeiter ausbremsen
  • Ersatzmaschinen erforderlich machen
  • zusätzliche Transportkosten verursachen
  • Termine gefährden
  • Umsatz beziehungsweise Produktivität beeinträchtigen

 

Deshalb sollte die technische Zuverlässigkeit einen hohen Stellenwert haben.

 

46. Eine einfache Kauf-Checkliste für die Besichtigung

 

Für die praktische Besichtigung können Sie sich folgende Reihenfolge merken:

 

1. Identität prüfen

 

Hersteller, Modell, Seriennummer und Baujahr kontrollieren.

 

2. Dokumentation prüfen

 

Wartung, Reparaturen und vorhandene Unterlagen ansehen.

 

3. Maschine außen ansehen

 

Lack, Schäden, Risse, Schweißstellen und Leckagen kontrollieren.

 

4. Motor prüfen

 

Startverhalten, Lauf, Geräusche und Abgasentwicklung beobachten.

 

5. Hydraulik prüfen

 

Schläuche, Zylinder, Anschlüsse und Funktionen testen.

 

6. Fahrwerk prüfen

 

Ketten, Rollen, Reifen, Achsen und Antrieb kontrollieren.

 

7. Arbeitsausrüstung prüfen

 

Spiel, Bolzen, Buchsen, Schaufeln und Anbaugeräte kontrollieren.

 

8. Kabine prüfen

 

Bedienelemente, Anzeigen, Sitz, Scheiben und Klimatisierung testen.

 

9. Funktionstest durchführen

 

Die Maschine möglichst unter realistischen Bedingungen bewegen.

 

10. Gesamtkosten berechnen

 

Kaufpreis plus Transport, Wartung und absehbare Reparaturen berücksichtigen.

 

47. Was Sie vor dem Kauf unbedingt fragen sollten

 

Bevor Sie eine gebrauchte Baumaschine kaufen, können Sie dem Verkäufer beispielsweise folgende Fragen stellen:

 

  • Wie viele Betriebsstunden hat die Maschine?
  • Ist der Betriebsstundenzähler nachvollziehbar?
  • Wo wurde die Maschine bisher eingesetzt?
  • Wie viele Vorbesitzer hatte die Maschine?
  • Gibt es Wartungsunterlagen?
  • Welche Reparaturen wurden durchgeführt?
  • Welche Verschleißteile wurden zuletzt erneuert?
  • Gibt es bekannte Mängel?
  • Gibt es Ölverluste?
  • Wurde die Maschine neu lackiert?
  • Wurden Schweißarbeiten durchgeführt?
  • Welche Anbaugeräte gehören dazu?
  • Sind alle Funktionen einsatzbereit?
  • Sind Betriebsanleitung und technische Unterlagen vorhanden?
  • Wie lautet die Seriennummer?
  • Ist die Maschine sofort einsatzbereit?
  • Welche Investitionen sind aus Sicht des Verkäufers kurzfristig erforderlich?

 

Nicht jede Frage muss eine perfekte Antwort ergeben.

 

Wichtig ist, dass Sie ein möglichst vollständiges Bild der Maschine erhalten.

 

48. Die Maschine als Gesamtpaket betrachten

 

Eine gebrauchte Baumaschine besteht nicht nur aus dem Grundgerät.

 

Zum Gesamtpaket können gehören:

 

  • Maschine
  • Anbaugeräte
  • Zubehör
  • Dokumentation
  • Wartungshistorie
  • Ersatzteile
  • Transport
  • technische Ausstattung

 

Manchmal ist gerade das Zubehör ein wichtiger Bestandteil des Kaufwerts.

 

Wenn Sie beispielsweise bereits bestimmte Anbaugeräte besitzen, kann eine Maschine mit passendem Schnellwechsler besonders interessant sein.

 

49. Nicht unter Zeitdruck kaufen

 

Ein Kauf unter Zeitdruck erhöht das Risiko, wichtige Punkte zu übersehen.

 

Natürlich kann es im Baugewerbe Situationen geben, in denen eine Maschine kurzfristig benötigt wird.

 

Trotzdem sollten Sie versuchen, zumindest die wichtigsten Prüfungen durchzuführen.

 

Wenn eine Maschine nicht besichtigt werden kann, sollten Sie sich möglichst umfangreiche Informationen beschaffen.

 

Bei größeren Investitionen kann eine zusätzliche technische Prüfung sinnvoll sein.

 

50. Gebrauchte Baumaschinen kaufen: Die wichtigste Grundregel

 

Wenn Sie nur eine Regel aus diesem Artikel mitnehmen möchten, sollte sie lauten:

 

Kaufen Sie eine gebrauchte Baumaschine nicht nur nach Baujahr, Betriebsstunden oder Preis.

 

Betrachten Sie immer das Gesamtbild.

 

Eine professionelle Kaufentscheidung berücksichtigt:

 

Einsatz → Maschine → Zustand → Wartung → Verschleiß → Ausstattung → Unterlagen → Folgekosten → Preis

 

Erst wenn diese Punkte zusammenpassen, entsteht eine belastbare Grundlage für die Kaufentscheidung.

 

Gebrauchte Baumaschinen kaufen: Was wirklich zählt

 

Der Kauf einer gebrauchten Baumaschine kann eine interessante Möglichkeit sein, den eigenen Maschinenpark wirtschaftlich zu ergänzen.

 

Damit aus dem Gebrauchtkauf jedoch eine gute Investition wird, sollten Sie sich ausreichend Zeit für die Prüfung nehmen.

 

Kontrollieren Sie die Maschine nicht nur optisch.

 

Prüfen Sie technische Funktionen, Hydraulik, Motor, Fahrwerk, Arbeitsausrüstung, Kabine und Sicherheitsausstattung.

 

Vergleichen Sie Betriebsstunden und Baujahr mit dem tatsächlichen Verschleiß.

 

Sehen Sie sich Wartungs- und Reparaturunterlagen an.

 

Prüfen Sie Seriennummer und technische Angaben.

 

Berücksichtigen Sie Anbaugeräte, Transport, Ersatzteilversorgung und absehbare Reparaturkosten.

 

Und vor allem:

 

Fragen Sie sich nicht nur, ob die Maschine günstig ist. Fragen Sie sich, ob die Maschine für Ihren konkreten Einsatz wirtschaftlich sinnvoll ist.

 

Genau diese ganzheitliche Betrachtung ist beim Handel mit gebrauchten Baumaschinen entscheidend.

 

Das BAUMASCHINENZENTRUM: Gebrauchte Baumaschinen kaufen

 

Das BAUMASCHINENZENTRUM ist Ihr Ansprechpartner für gebrauchte Baumaschinen und Baugeräte.

 

Vom einzelnen Baugerät bis zum kompletten Maschinenpark steht dabei der direkte und unkomplizierte Austausch im Mittelpunkt.

 

Wenn Sie einen gebrauchten Bagger, Radlader, Dumper, Teleskoplader, eine Walze, einen Kran, eine Arbeitsbühne oder ein anderes Baugerät suchen, können Sie Ihre Anforderungen direkt mit dem BAUMASCHINENZENTRUM besprechen.

 

Je nach Verfügbarkeit können gebrauchte Baumaschinen aus dem eigenen Bestand und aus dem bestehenden Netzwerk angeboten werden.

 

Dabei geht es nicht darum, Ihnen irgendeine Maschine anzubieten.

 

Entscheidend ist vielmehr, eine gebrauchte Baumaschine zu finden, die zu Ihrem Unternehmen, Ihrem Einsatz und Ihren Anforderungen passt.

 

Sie suchen eine bestimmte gebrauchte Baumaschine?

 

Dann sprechen Sie mit dem BAUMASCHINENZENTRUM und teilen Sie uns mit, welche Maschine Sie benötigen.

 

BAUMASCHINENZENTRUM – Ihr Partner für gebrauchte Baumaschinen und Baugeräte.

 

Vom einzelnen Baugerät bis zum kompletten Maschinenpark.

 

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